Hilf mir, selbst zu glauben!

Jedes Kind durchläuft seine eigene religiöse Entwicklung – angeregt durch Begegnungen mit Kindern und Erwachsenen aus verschiedenen Religionen und Kulturen. Wir holen die Kinder dort ab, wo sie in ihrer religiösen Entwicklung stehen. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg, den Glauben mit allen Sinnen zu erleben und zu begreifen. Wir lassen die Kinder Erfahrungen sammeln, durch Beobachtung der Natur, den täglichen Umgang mit Menschen und das Hören von Gottes Wort.

Wir wollen den Kindern ein Vorbild sein und ihnen Orientierungsmöglichkeiten bieten. Die Worte „Glaube, Liebe, Hoffnung“ spiegeln für uns Werte wider, die wir den Kindern als etwas Wertvolles und Erhaltungswürdiges mitgeben möchten. In aktiver Zusammenarbeit mit den Eltern und der Pfarrgemeinde sehen wir unsere Aufgabe darin, die Kindertagesstätte als Lebens- und Glaubensraum für die Kinder zu gestalten. Als lebendige Gemeinschaft haben wir die Chance, Eltern und Kindern gemeindliches Leben und die Frohe Botschaft näherzubringen.

„Wir greifen auf eine religionspädagogische Praxis zurück, die das Kind als ganzheitliches Wesen begreift und anspricht“

Gott zu finden

Unser christliches Selbstverständnis umfasst alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit und Gleichheit vor Gott. Aus der Gewissheit, von Gott geliebt zu sein,

  • schöpfen wir die Kraft, dem Kind immer wieder erneut vorbehaltlos in Liebe zu begegnen
  • schöpfen wir die Kraft, an die grundsätzliche Liebesfähigkeit des Kindes zu glauben
  • schöpfen wir die Hoffnung, dass das Kind mit seiner Kraft seine Seele entwickeln kann.

Das Kind spürt bei uns, dass es in seiner von Gott gewollten Einmaligkeit angenommen und getragen wird. So kann jedes Kind sich selbst so annehmen wie es ist, mit seinem Glauben, seiner Kultur, seiner sozialen Herkunft. Dies stärkt es dafür, auch andere Kinder so anzunehmen, wie sie sind.


  • Wie kommt das Kind zu einem Gottesbild?

    Nicht durch Überzeugungskraft von Argumenten möchten wir christliche Inhalte vermitteln. Wir möchten dem Kind stattdessen Orientierungspunkte schaffen, Vorbilder aufzeigen, aber auch Rituale und einen helfenden Umgang in der Gemeinschaft pflegen. So soll die christliche Tradition erfahrbar werden. Wie im Diözesanen Rahmenleitbild erläutert, werden die alltäglichen und existenziellen Erfahrungen und Gefühle der Kinder wahrgenommen und wertgeschätzt. Die darin enthaltenen religiösen Inhaltsteile werden benannt und im Austausch mit den Kindern thematisiert. Wir vertrauen darauf, dass das Kind in einer solch christlichen Atmosphäre ein ihm eigenes und stets wachsendes Gottesbild formen kann. Darüber hinaus erfährt jedes Kind bei uns christliche Gemeinschaft, die es für sich und andere aktiv erleben und gestalten kann.


  • Wie sieht dies in der Praxis aus?

    Zu unserer religiösen Erziehung gehören insbesondere im Krippenalter das Kennenlernen von Symbolen, Ritualen und Haltungen. Die Kinder beten zu verschiedenen Anlässen gemeinsam. Jede Gruppe besitzt einen religiösen Tisch, auf dem sich eine Bibel, die Jesuskerze und das Kreuz befinden. An diesem Tisch können die Kinder nach ihrem inneren Bedürfnis Kontakt zu Gott aufnehmen.

    Wir greifen auf eine religionspädagogische Praxis zurück, die das Kind als ganzheitliches Wesen begreift und anspricht. Die Kinder erleben in der Gemeinschaft ihrer Gruppe das katholische Kirchenjahr. Sie bereiten die verschiedenen Feste (z.B. St. Martin, Fastenzeit) inhaltlich vor: Sie hören Geschichten, empfinden Vergangenes nach, singen und spielen. Zu Ostern gestalten sich die Gruppen eine eigene Jesuskerze. An den meisten Festen besuchen wir gemeinsam mit den Eltern die Kindergottesdienste in unserer Kirchengemeinde.